Tricks für kleine Gärten

Quelle: Artikel von rp-online.de, 24.07.2014

Gärten in der Stadt sind meist wenige Quadratmeter begrenzt. Mit einigen Gestaltungstricks können die kleinen Grünflächen viel größer wirken.

blumenGerade für Stadtbewohner ist der eigene Garten oft wichtig. Ein Stückchen Grün heißt auch Ruhe und Entspannung. Aber die Gestaltung solcher Gärten am eigenen Town- oder Reihenhaus, an der Wohnung oder im Innenhof ist nicht selten eine Herausforderung. Denn meist sind Stadtgärten klein. Wichtig ist hier, die richtige Balance zu finden, damit die eigene Parzelle zwar gemütlich, aber nicht überladen wirkt.

„Eine genaue Planung ist das Wichtigste“, sagt Tobias Domroes, Landschaftsarchitekt und Buchautor. Das gilt nicht nur für die Gestaltung kleiner Parzellen von maximal 200 Quadratmetern, aber genau hier fallen Fehler stärker auf. Einfach die Fläche zu bepflanzen oder stückchenweise nach dem Motto „Hier ein bisschen, dort ein bisschen“ zu arbeiten, bringt meist unbefriedigende Ergebnisse.

Bepflanzung richtig planen

Es lohnt sich, auch die gestalterische und die technische Planung auf dem Blatt, bevor man etwa den Abbruch unerwünschter Objekte, Erdarbeiten oder bei stark abschüssigem Gelände das Anlegen von Erdterrassen angeht. „Die größte Herausforderung ist es, das Regenwasser loszuwerden, damit es nicht Mauerwerk oder den Terrassenboden angreift“, sagt Domroes. Das Wasser muss vom Haus weggeleitet werden, die Terrasse sollte leicht abschüssig sein.

„Ich rate immer dazu, ein Storybook anzulegen“, sagt August Forster vom Bundesverband für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. „Immer wenn man in einem Katalog oder einer Gartenzeitschrift etwas sieht, das einem gefällt, hebt man es auf.“ Die gesammelten Ideen geben später gute Impulse für den Gestaltungsplan.

„Am wichtigsten ist es, festzulegen wofür der Garten genutzt werden soll. „Weil die Fläche begrenzt ist, kann man hier nicht Spielplatz, Gemüsegarten und Teich gleichzeitig anlegen“, erklärt Forster. Doch neben der unmittelbaren Nutzung, etwa als Spielort für kleine Kinder, kann man auch schon überlegen, wofür der Garten später, wenn die Kinder größer sind, da sein soll. „Aus einem Sandkasten oder Planschbecken kann vielleicht ein kleiner Gartenteich oder ein Staudenbeet werden.“

Nicht nur Ränder bepflanzen

Mit der richtigen Einteilung lässt sich viel wettmachen.“Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es, dass man bei kleinen Gärten am besten große, freie Flächen anlegt“, erklärt der Landschaftsarchitekt Domroes. „Da werden oft gerade noch die Ränder des Grundstücks bepflanzt und in der Mitte eine große Rasenfläche angelegt.“ Das führe aber nicht dazu, dass das Grundstück größer anmutet, sondern allenfalls langweilig.

Eine halbhohe Mauer, ein Hochbeet oder hohe Stauden teilen das Grundstück optisch und geben ihm Struktur und Spannung. Alte Bäume und Sträucher sollte man nur wohlüberlegt entfernen. „Schließlich gibt ein schöner Baum einem Garten Charakter“, findet Domroes.

Hobbygärtner sollten bei der Gestaltung die Nachbargrundstücke miteinbeziehen, rät die Landschaftsarchitektin Bettina Jaugstetter. „Es geht darum, Sichtachsen und optische Verbindungen zu schaffen.“ Wenn beispielsweise nebenan ein schöner Kirschbaum steht, sollte der Blick darauf unverstellt bleiben. Steht dort dagegen ein störendes Gebäude, versucht man dieses auszublenden.“

Zwei Sitzecken

Für Gemütlichkeit sorgt oft eine Dezentralisierung. „Statt nur einer Sitzecke auf der Terrasse lohnt es sich oft, eine zweite einzurichten, etwa auf einer Kiesfläche am Rand“, sagt der Buchautor und Landschaftsgärtner Martin Staffler. So könne man sich je nach Tageszeit dorthin setzen, wo die Sonne gerade hinkommt. Außerdem lässt diese zweite Sitzecke den Garten geheimnisvoll und interessant erscheinen.

Bei kleinen Gärten wirken Ton-in-Ton-Pflanzungen ruhig und edel. „Je kleiner der Garten ist, desto schneller wirkt eine üppig bunte Gestaltung überladen“, erläutert Domroes. Glatte, großflächige Terrassenplatten können als Ruhepool fungieren und einen ausgleichenden Kontrast zu überbordenden Rabatten bieten. „Wer einen Nutzgarten möchte, kann die Ränder mit Spalierobst oder schwachwüchsigen Obstbäumen bepflanzen“, sagt Forster. Überhaupt eignen sich Spalierpflanzen wie Kornelkirsche oder Zieräpfel gut für kleinere Gärten. „Auch ist es ratsam, Gehölze zu wählen, die sich gut beschneiden lassen – etwa Eibe, Scheinhasel oder Buchs.“

Stile nicht mischen

Ob asiatisch schlicht, mediterran oder verträumter Bauerngarten – wichtig sei gerade bei kleinen Gärten, dass man sich für eine Stilrichtung entscheidet, sagt Staffler. „Kleine Gärten haben den Vorteil, dass man nicht so viele Einrichtungsgegenstände und Pflanzen kaufen muss.“ Demnach könne man gerade hier stärker auf die Qualität der Materialien achten. „Holzdecks aus heimischen Bäumen sorgen für eine warme Atmosphäre“, sagt Staffler.

Naturmaterialien wie Granit, Sandstein oder Muschelkalk seien künstlichen vorzuziehen. „Sie sind langlebiger, zeitloser und passen perfekt ins Grüne“, sagt der Buchautor. Gestaltungselemente haben am besten mehr als eine Funktion. „Eine mediterrane Mauer als Sichtschutz kann auch dafür genutzt werden, kleine Pflanzkübel anzuhängen. Eine einfache Wand kann zur Projektionsfläche werden, die davor gepflanzte Gräser in Szene setzt.“

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